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Die Legende des roten Wassers vom Tovel See

DIE LEGENDE DES TOVELSEES

Bis zu den 60er-Jahren gründete sich die Berühmtheit des Tovelsees außer auf dessen herrliche romantische Atmosphäre auf das berühmte Phänomen der Wasserrötung.
Jedes Jahr färbten sich die Ufer des Sees leuchtend rot. Dieses Naturschauspiel war wirklich beeindruckend und so nimmt es nicht wunder, dass im Laufe der Jahrhunderte viele Geschichten und Legenden um den Ursprung des Phänomens entstanden.
Die bekannteste davon ist die Legende um die Königin Tresenga.
Die Geschichte erzählt von einer längst vergangenen Zeit, in der Ragoli, heute ein kleines Dorf im Val Rendena, die Hauptstadt eines großen Reiches war.
Es kam nun der Tag, an dem der letzte König Ragolis starb, ohne einen männlichen Nachkommen zu hinterlassen. Er hatte nur eine Tochter namens Tresenga, die wunderschön war. Die Angst der Bewohner des Reiches war groß, denn alle wussten, dass wenn sich die Prinzessin vermählte, ihr gesamtes Reich in den Besitz eines fremden Herrschers übergehen würde und dies hätte natürlich den Verlust des Reichtums des Städtchens Rigoli zur Folge gehabt. Tresenga war jedoch eine sehr intelligente junge Frau, die ihr Volk so sehr liebte, dass sie feierlich gelobte, auf jegliche eheliche Verbindung zu verzichten, um ihr Reich zu schützen.
Die Schönheit und der Reichtum der jungen Königin war jedoch unter den Jünglingen der benachbarten Reiche wohlbekannt und so wollten diese sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Herrscher eines solch mächtigen Reiches zu werden und gleichzeitig die schönste Prinzessin zur Frau zu nehmen, die man jemals gesehen hatte.
Der bornierteste und hochmütigste der Freier war Lavinio, der junge und arrogante König von Tuenno. Jener versuchte gleich zweimal, das Herz Tresengas zu gewinnen: Zuerst demonstrierte er ihr all seine Macht mit wunderbaren Geschenken, um dann zu versuchen, die Prinzessin mit einem einfachen Blumenstrauß zu rühren. In beiden Fällen bekam er von Tresenga jedoch eine empörte Ablehnung zur Antwort. Die doppelte Beleidigung, die der Stolz des jungen Königs erleiden musste, verwandelte bald seine Liebe in Zorn und so versammelte Lavinio seine gesamte Armee, um nach Ragoli zu marschieren und das Reich Tresengas dem Erdboden gleich zu machen.
Tresenga, die von ihren Boten von dem drohenden Angriff unterrichtet worden war, befragte ihre Untertanen, ob diese es vorzögen, sie als Ehefrau des Königs von Tuenno zu sehen oder eine Schlacht zu kämpfen, die ihnen das Leben kosten könnte. Das Volk von Ragoli hatte nicht den geringsten Zweifel und stellte sich hinter seine Herrscherin, bereit, alles für seine Freiheit zu riskieren.
So marschierten die Ragoliner bis zu den Ufern des Tovelsees und trafen dort auf die Armee Lavinios, die dort ihr Nachtlager aufgeschlagen hatte. Es begann eine blutige Schlacht, die mehrere Tage lang andauerte. Die Armee aus Tuenno war zu stark und zu gut ausgerüstet, um dem schwachen, wenn auch gewappneten Volk der Ragoliner zu unterliegen.
Recht schnell waren alle Bürger Ragolis barbarisch getötet und als letzte kam auch die schöne Tresenga im Waffengefecht ums Leben, nachdem sie eisern mit ihrem Volk gekämpft hatte. Ihr Blut und das aller ihrer Untertanen floss in das Wasser des Tovelsees und färbte es hochrot.
Seit diesem traurigen Tag begann sich das Wasser des Sees stets zum Jahrestag der grausamen Schlacht wie von Zauberhand wieder rot zu färben und man erzählt sich, dass noch heute in Vollmondnächten die traurige Gestalt Tresengas seufzend an den Ufern des Sees umherschweife.


Der wahre Grund für die Färbung des Wassers des Tovelsees